Investitionen mit Förderungen: Warum sich Warten diesmal nicht lohnt
Es gibt gute Nachrichten: Die Fördersätze der AMA-Investitionsförderung 58-02 Wein sollen mit August auf bis zu 40 % angehoben werden. Zudem ist vorgesehen, die maximal förderbaren Investitionssummen um 50 % zu erhöhen, sodass auch größere Projekte wieder zur Gänze gefördert werden.
Wir wissen, dass die Stimmung in der Branche angespannt ist. Der Absatz geht zurück, die Kosten steigen – vieles spricht dagegen, jetzt zu investieren. Genau darin liegt die schwierige Abwägung. Denn 2027 läuft die aktuelle Förderperiode aus, und ob es zu einer Neuauflage kommt, ist ungewiss. Dieses Jahr ist damit vielleicht das letzte, in dem Sie einen Zuschuss bekommen. Niemand investiert in eine Maschine, nur weil es dafür eine Förderung gibt. Wenn Sie aber schon seit Längerem über eine neue Maschine nachdenken oder absehen können, dass in den nächsten Jahren aufgrund des Alters Ihrer bestehenden Maschine eine Ersatzanschaffung notwendig wird, dann lohnt es sich, diese Entscheidung jetzt genau durchzurechnen. Wer wartet, zahlt dieselbe Investition später womöglich zum vollen Preis.
Fördersätze und Höchstsummen haben wir in nachstehender Tabelle zusammengefasst.
| Fördergegenstand | bisher | neu | max. Investitionssumme |
|---|---|---|---|
| Flaschenabfülleinrichtungen FG5 – Gesamtanlagen oder einzelne Komponenten | 25 % | 30 % | 335.000 € |
| Lagerbehälter aus Metall und Holz FG8 – Holzbehälter ab 1.000 l | 25 % | 30 % | 225.000 € |
| Klärungseinrichtungen FG3 – Kieselgur-, Crossflow-, Schichten-, Kerzen-, Modulfilter, Mostflotation, Zentrifuge | 30 % | 35 % | 110.000 € |
| Einrichtungen zur Trubaufbereitung FG4 – Vakuumdrehfilter, Trubfilter | 30 % | 35 % | 65.000 € |
| Technologien zur Rotweinverarbeitung FG1 – Maischegärbehälter, Rührwerktanks, Holzgärständer | 30 % | 40 % | 335.000 € |
| Gärungssteuerung und Maischetemperierung FG2 – inkl. Steuerung, Wärmetauscher, Analysegeräte | 40 % | 40 % | 110.000 € |
| Abbeermaschinen und Sortiereinrichtungen FG6 | 30 % | 40 % | 150.000 € |
| Weinpressen FG7 – pneumatisch, Edelstahl | 30 % | 40 % | 150.000 € |
| Mostkonzentration, Alkoholreduktion und CO2-Management FG9 – Vakuumverdampfer, Umkehrosmose sowie CO2-Membransysteme zur Reduzierung oder Anreicherung eines Weines mit CO2 |
30 % | 40 % | 110.000 € |
| Ozonreinigungsgeräte neu FG10 – Reinigung von Kellerausstattung mit ozonisiertem Wasser |
– | 40 % | 25.000 € |
| Weinsteinstabilisierung: Elektrodialyse neuFG11.1 | – | 40 % | 250.000 € |
| Weinsteinstabilisierung: Ionenaustauscher neuFG11.2 | – | 40 % | 60.000 € |
Die Untergrenze der förderfähigen Nettokosten liegt bei 2.000 € je Fördergegenstand.
Für Betriebe mit mehr als 500.000 l vermarkteter Weinmenge verdoppeln sich die Höchstsummen der meisten
Fördergegenstände; bei Flaschenabfülleinrichtungen gilt eine Obergrenze von 350.000 €.
Worauf Sie achten sollten
- Nicht förderfähig sind Zuleitungen zur Anlage (Wasser, Strom, Gase, Druckluft), externe Kompressoren sowie
Aufbau- und Zusatzausrüstungen. - Bei Abfüllanlagen zählt die Linie vom Eintritt der gereinigten Flasche bis zum Austritt der fertigen Flasche.
Palettierer, Depalettierer und Kartonverpackmaschinen sind nicht förderfähig. - Ab 10.000 € netto sind drei unabhängige Vergleichsangebote von unterschiedlichen Händlern erforderlich.
Wir unterstützen Sie dabei. - Leasing und Mietkauf sind nicht förderfähig. Anzahlungen dürfen höchstens sechs Monate vor Antragstellung
erfolgt sein. - Anträge werden über die digitale Förderplattform der AMA auf eama.at
eingereicht.
Nachstehend möchten wir Ihnen einige Produkte und Neuheiten vorstellen, die für Ihren Betrieb interessant sein könnten.
Neue Partnerschaft
Kraft ist jetzt Generalvertretung von JUCLAS
Wir freuen uns, Ihnen eine Neuigkeit vorstellen zu dürfen: Kraft hat die Generalvertretung für ausgewählte Produkte der italienischen Firma JUCLAS übernommen. JUCLAS ist Teil der VasonGroup und entwickelt seit über 30 Jahren Anlagentechnik für die Kellerwirtschaft. Damit können wir Ihnen ab sofort Lösungen anbieten, die unser Programm ideal ergänzen – von der Filtration bis zum Gasmanagement.
Vollautomatische Mikrofiltration
Filtrieren, ohne dem Wein etwas zu nehmen: Die vollautomatische Mikrofiltration von JUCLAS arbeitet mit inerten Membranen, die ausschließlich Trubstoffe entfernen – Farbe, Aroma und Struktur des Weins bleiben unangetastet. Die Anlage läuft vollautomatisch und lässt sich flexibel an Produkt und Betriebsgröße anpassen. Das spart Arbeitszeit, Filterschichten und Verluste.
CIP-Anlagen für alle Ansprüche
Saubere Leitungen und Tanks sind die Grundlage jeder guten Weinbereitung – aber niemand reinigt gerne von Hand. Die CIP-Anlagen (Cleaning in Place) von JUCLAS übernehmen das automatisch: reproduzierbar, ressourcenschonend und dokumentierbar. Vom kompakten Gerät für den Familienbetrieb bis zur Lösung für große Kellereien ist für jeden Anspruch das Passende dabei.
Gasmanagement: CARBOSMART und MMR+
Gelöster Sauerstoff und CO₂ entscheiden mit über Frische und Haltbarkeit Ihres Weins. Mit den JUCLAS-Geräten haben Sie beides im Griff:
- CARBOSMART arbeitet mit dem Injektorverfahren und bringt CO₂ präzise dosiert in den Wein – ideal, um Weiß- und Roséweinen gezielt Frische zu geben.
- MMR+ nutzt das Membranverfahren (Membrankontaktor) und kann Gase nicht nur zuführen, sondern auch entziehen – etwa zur Entfernung von Sauerstoff unmittelbar vor der Füllung oder zur CO₂-Korrektur bei Jungweinen. Auf Wunsch direkt in die Abfülllinie integriert.
Aktuelles Thema
Weinstabilisierung
Die Weinsteinstabilisierung beschäftigt derzeit viele Betriebe. Auch hier bietet JUCLAS moderne Lösungen, die ohne aufwendige Kältestabilisierung auskommen und damit Zeit und Energie sparen. Sprechen Sie uns an – wir stellen Ihnen die Möglichkeiten gerne im Detail vor.
Ein Füller für alles: Gegendruckfüllen ohne Kompromisse
Frizzante, Spritzer, Craft-Bier, Limonaden – kohlensäurehaltige Produkte liegen im Trend, und immer mehr Betriebe möchten diese Chance nutzen. Die Hürde war bisher die Abfüllung: Klassische Gegendruckfüller bedeuteten viele Kompromisse – höhere Wartungskosten, geringere Leistung, lange Umrüstzeiten beim Produktwechsel.
Mit dem elektro-pneumatischen Füllventil UNICA hat GAI das geändert. Das weltweit patentierte Ventil arbeitet in einem Druckbereich von 0 bis 8 bar und füllt damit stille und kohlensäurehaltige Produkte gleichermaßen – Wein, Sekt, Frizzante, Spritzer, Bier, Limonade, Saft oder Spirituosen, alles mit derselben Maschine. Alle Parameter wie Fülldruck, Füllhöhe (25–100 mm, auf ±1 mm genau) und Entgasungszyklus werden am Bedienpanel eingestellt und je Produkt als Rezept gespeichert. Ein Produktwechsel ist damit in kürzester Zeit erledigt. Gleichzeitig bleibt die Sauerstoffaufnahme während der Füllung auf einem Minimum – Ihr Produkt kommt so frisch in die Flasche, wie es aus dem Tank kommt.
Für Ihren Betrieb heißt das vor allem eines: Flexibilität. Sie können neue Produkte auflegen, ohne auf einen Lohnfüller angewiesen zu sein – und entscheiden selbst, wann und was gefüllt wird. Ab einer gewissen Flaschenmenge rechnet sich die Anschaffung schnell; gerne kalkulieren wir die Wirtschaftlichkeit gemeinsam mit Ihnen durch.
Die UNICA-Technologie gibt es in zwei Baureihen:
- Serie MLE – der kompakte, lineare Monoblock für kleinere Mengen (z. B. rund 700 Flaschen/Stunde bei stillem Wein, 500 bei Sekt). Der wirtschaftliche Einstieg ins Gegendruckfüllen.
- Rundläufer-Monoblöcke – für Leistungen bis 3.000 Flaschen/Stunde, modular zusammengestellt vom Ausspüler bis zum Verschließer (Naturkork, Sektkork, Kronenkork oder Schraubverschluss).
Aus der Praxis: die Abfülllinie bei DER|ZWEIGER
Wie schnell aus einem Einstieg ein Wachstumsmotor werden kann, zeigt DER|ZWEIGER aus Mooskirchen in der Steiermark. Der traditionsreiche und vielfach prämierte Familienbetrieb steht für ein breites Sortiment – vom Schilcher über spritzige Weincocktails bis zu Edelbränden und Whiskey.
Den Einstieg in die Lohnabfüllung machte der Betrieb mit einer kompakten MLE – dem linearen Monoblock mit UNICA-Füllventil, der stille und kohlensäurehaltige Produkte gleichermaßen füllt. Genau diese Flexibilität passte perfekt zum vielfältigen Sortiment.
Das Angebot kam an: Die Flaschenmenge stieg so schnell, dass die Anlage bereits nach wenigen Jahren an ihre Grenzen kam. Der nächste Schritt war die logische Folge – ein Monoblock mit Rundläufer-Gegendruckfüller, der die gestiegenen Mengen zuverlässig bewältigt. Da beide Anlagen auf derselben UNICA-Technologie basieren, blieb beim Umstieg alles vertraut: gleiche Bedienlogik, gleiche Produktvielfalt, nur deutlich mehr Leistung.
Ein schönes Beispiel dafür, wie eine Abfüllanlage mit dem Betrieb mitwächst – vom wirtschaftlichen Einstieg bis zur großen Linie.

